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Kartoffelblüte Zwischen 1540 und 1565 wurde die Kartoffel nach Europa gebracht. Und
zwar auf zwei Wegen: über Spanien eine rotschalige Sorte mit violetten Blüten, über England eine gelbschalige mit eher weißen Blüten.
Aus diesen zwei Herkünften wurden alle späteren Sorten gezüchtet.

Zunächst wurde sie als Zierpflanze angebaut, später war sie nur dem
Adel vorbehalten. Auch in Apothekergärten fand man sie als Kostbarkeit, so in Breslau 1587 oder Nürnberg 1588 in einem Kräutergarten (wahrscheinlich spanische Herkunft). Herzog Julius von Hessen-Kassel pflanzte wohl die Sorte englischer Herkunft.

Zur allgemeinen Anbaukultur gelangte die Kartoffel in Niedersachsen und Westfalen ab etwa 1640, in Württemberg erst 1710 durch die Waldenser.
Schwerpunkt war aber Preußen. Durch Gratisverteilungen des Pflanzgutes sollte der Durchbruch zum allgemeinen Nahrungsmittel (etwa 1770) geschafft werden. Man hatte jedoch mit dem Widerstand und der Starrköpfigkeit der Bauern zu kämpfen. (Sie wissen doch, was der Bauer nicht kennt......). Die Legende sagt, Friedrich der Große griff daraufhin zu einer List. Er ließ ein Feld mit dem "Herren-Eten" bestellen und von Soldaten bewachen. Diese hatten Befehl, auf alles mögliche zu achten, nur nicht auf "räuberische" Bauern. Nun, alles was verboten ist, hat bekanntlich besonderen Reiz.......

Auch die Zeitumstellung vom tropischen Kurztag auf den europäischen Langtag machte zunächst Schwierigkeiten. Dies wurde durch Auslesezüchtung allmählich geändert. Um 1780 gab es etwa 40 Sorten, aber zum Teil in schlechter Qualität. Gelobt wurde eine kleine gelbfleischige "Zuckerkartoffel". Es handelte sich dabei aber nicht um die Süßkartoffel!!!

Um 1845 und 1848 traten die ersten Kartoffelseuchen auf. Die Kraut- und Knollenfäule wirkte sich besonders in Irland verheerend aus. Tausende Iren wanderten daraufhin nach Amerika aus, nachdem Hunderttausende Iren verhungerten. In Deutschland verursachte dieselbe Seuche den sogenannten Steckrübenwinter um 1917/18, dem letzten Jahr des 1. Weltkrieges.
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